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Jette Jordbaer

von Jette Jordbaer, veröffentlicht: Sonntag, 30. August 2026, 19:02 Uhr


  1. Haare im Himmel
  2. Dem Mysterium auf der Spur
  3. Verrückte Fundstücke
  4. Der Schlangenträger
  5. Das falsche Sternzeichen
  6. Verabschiedüng
  7. Die Wahrheit über Astrologie
  8. Meine Bücher

Haare im Himmel

Es ist Sonntag, es ist hell, die Sonne scheint, aber hier und da ziehen dunkelgraue Wolkenpuffer über den blind-machend-weißen Himmel. Die Sterne stehen und funkeln noch nicht sichtbar am Firmament - das mit m, nicht mit n geschrieben wird, obacht! - ja, sie stehen am Firmament, dem Himmelsgewölbe. Ja, die Sterne. Mit denen habe ich mich in den letzten Tagen eine Wönzigkeit, das heißt, ein bisschen und ein klein wenig beschäftigt. Und was man da so am Himmel sehen kann... Unfassbar.

Was man da so alles am Himmelszelt findet, wenn man sucht und ordentlich die Augen zusammenkneift. Also, da war doch tatsächlich jemand, der das Haar der Berenike dort oben gefunden hat. Nur: Wer ist überhaupt Berenike?

Vielleicht eine verflossene Geliebte eines Gottes, der sie verstoßen hat und von der - bis heute, unfassbar! - noch immer dort oben im Himmel ein Haufen Haare zu finden sind, obwohl sie gar nicht mehr dort oben weilt?

Dem Mysterium auf der Spur

Nein, so war es nicht. Die Geschichte is ganz anders gelaufen. Ich bin diesem mysteriösen Rätsel auf die Spur gegangen und habe herausgefunden, dass diese Berenike tatsächlich existiert hat und die Frau des ägyptischen Königs Ptolemaios des III. war (muss ich den kennen?) und die circa 200 Jahre vor Christus gelebt hat.

Diese Königin nun hatte wunder-wunder-wunderschönes Haar. Und weil sie wollte, dass ihr Mann unbeschadet und siegreich aus dem (3. syrischen) Krieg (muss ich das wissen?) zurückkehrte, war sie zur Aphrodite gegangen.

Aphrodite kannte sich als Liebesgöttin - selbstredend - mit wunderschönen, verschönernden Dingen aus. Berenike war also zu ihr gegangen, um zu gucken, ob sich da was machen ließe (also, ein bisschen Schicksal beeinflussen und so) und hatte zu ihr gesagt: "Aphrodite, wenn du machst, dass mein Mann heile und siegreich aus dem Kriege zurückkehrt, dann schneide ich mir meine Haare ab und opfere sie dir im Tempel. Vorher. Versprochen. Aber nur im Gegenzug versteht sich. Eine Hand wäscht die andere. Was sagst du?"

Und Aphrodite sagte: "Gebongt". Denn sie war scharf auf Berenikes wunderschönes Haar. Der Ehemann kehrte also unversehrt und strotzend vor Erfolg nach Hause zurück.

Getragen hat die Aphrodite die Perücke der Berenike aber glaube ich nie. Denn das Perücken-Haar verschwand sofort und auf mysteriöse Art und Weise und wurde als Sternbild in den Himmel hinauftransformiert. Warum auch immer. Muss irgendwas schief gelaufen sein im Tempel. Vielleicht gab es ja ein Himmelsportal in Form einer magischen Messing-Schale - wenn dort Gegenstände aus Versehen hineinfielen, dann fielen sie in den Himmel hinauf?!

Verrückte Fundstücke

Also, naja, passiert is passiert. Da kann man nix machen. Wie du siehst, sind die Haare im Himmel gelandet. Aber ehrlich gesagt und eigentlich haben die Haare der Berenike dort oben ja gar nix verloren, oder? Aber sie hängen noch heute und immer noch dort oben zwischen dem Löwen und dem Bärenhüter fest, Sternbilder, die sich wahrscheinlich darum streiten, wer die Perücke denn nun tragen darf.

Jetzt aber mal Spaß beiseite, is doch einfach zu albern, jetzt aber mal ernsthaft: Es gibt doch tatsächlich - jetzt halt dich fest - auf der gesamten Himmelskugel (der Nord- und Süd- und was-weiß-ich-Hemisphäre) 88 Sternbilder. Darunter Luftpumpen, Zirkel, Leiern, Pendeluhren. Und sogar Indianer. Der Himmel ist vollgestopft mit Gegenständen, Tieren und Menschen. Unfassbar, was die damaligen Leute früher mithilfe von Opfern und Portal-Schüsseln in heiligen der Aphrodite geweihten Tempeln alles in den Himmel hinaufgebeamt haben, um irgendwas im Gegenzug dafür zu bekommen.

Der Schlangenträger

Der Schlangenträger ist übrigens nicht nur ein Sternbild (von 88 funkelnden Bildern) sondern auch ein "hochmodernes" Sternzeichen. Also, eigentlich haben wir gar nicht 12 Sternzeichen, sondern 13. Zwischen dem Sternzeichen des Skorpion und dem Sternzeichen des Schützen soll dieser Schlangenträger sich aufhalten.

"Du sag mal, was ist eigentlich dein Sternzeichen?" - "Ich bin Schlangenträger (von Beruf)." Oha! Es weilen Menschen unter uns, die "Schlangenträger" sind?! Was auch immer das bedeuten mag.

Das falsche Sternzeichen

Mal ganz davon abgesehen, ob man an Sternzeichen "glaubt" oder nicht und seinen Charakter davon abliest oder denkt, dass eventuell etwas dran sein könnte (oder auch nicht): Ich fand spannend zu erfahren, dass manche von uns - wie auch ich - in dem Glauben eines "falschen" Sternzeichens aufgewachsen sind, denn mein Sternzeichen ist (der modernen Berechnung zufolge) ein ganz anderes. Was meinen Charakter komplett über den Haufen wirft ;)

Wie ist es dazu gekommen? Also, auf zur Erklärung: Im Himmel - irgendwo weit dort oben - gibt es einen Frühlingspunkt. Das ist der Zeitpunkt der Frühlings-Tagundnachtgleiche um den 20. März herum) und der lag (und liegt heute noch) traditionell im Sternzeichen Widder (nach alten, babylonischen Berechnungen) und dem damaligen Stand der Sonne zufolge.

Wir ermitteln unser Sternzeichen (also unser Sonnenzeichen) nach dem Stand der Sonne, indem wir schauen, vor oder in welchem Sternzeichen die Sonne zum Zeitpunkt unserer Geburt stand.

Wenn wir´s aber nicht genau machen (und das tun wir mit der Bestimmung unserer Sternzeichen heutzutage weiterhin), gehen wir immer noch von dem "alten" berechneten Frühlingspunkt der Babylonier aus. Da sich das System jedoch durch die Präzession der Erde weiterentwickelt hat (seitdem sind ja auch schon an die 2000 Jahre vergangen), hat sich der Frühlingspunkt, der sich ja damals im Sternzeichen Widder befand und den Startpunkt darstellte, um ein ganzes Sternzeichen verschoben.

Das bedeutet, wenn jemand heute sagt: "Ich wurde am 5. April geboren, mein Sternzeichen ist Widder" (babylonische Rechnung/Widder: 21. März bis 20. April)", dann könnte es möglich sein, dass das gar nicht stimmt und er gar kein Widder (moderne Rechnung/Widder: 18. April - 13. Mai) sondern ein Fisch ist (moderne Rechnung, Fische: 11. März bis 18. April). Oha, und was macht das jetzt mit unserem Weltbild oder Charakter? ;)

Ich habe dir unten noch ein Video verlinkt, das dieses Thema aufgreift.

Verabschiedüng

Und mit diesen stellarisch-kosmonautisch-verwirrenden Worten kommen wir mal wieder zur Verabschiedüng. Ich wünsche dir hier und an dieser intergalaktischen Stelle einen guten Morgen, einen herrlichen Mittag oder Nachmittag, einen wunderschönen Abend oder eine entspannte Nacht, wann immer du diesen kleinen Blogpost gerade durch dein Teleskop oder Astrolabium erspäht hast :)


Die Wahrheit über Astrologie

Die Wahrheit über Astrologie

Die genauen, neu berechneten Geburtsdaten zu den Sternzeichen (auch zum Schlangenträger) werden ganz am Ende des Videos genannt :)

Die Präzession der Erde (Animation)

(Im Grunde ist die Animation falsch, weil die Sonne ja nicht um die Erde herumsaust sondern die Erde um die Sonne, aber um den Inhalt verständlich zu machen, haben sie es wohl so dargestellt). Doch sieht man, wie die Erde unterschiedlich rotiert und auch die Richtung wechselt und sich wohl wie ein Kreisel verhält.



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Jette Jordbaer

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