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Jette Jordbaer

von Jette Jordbaer, veröffentlicht: Sonntag, 17. Mai 2026, 17:44 Uhr


  1. ... und es war Sonntag
  2. Vier Dinge
  3. Das Zauberwort
  4. Vom Zweifel zur Selbstsabotage
  5. Resümee
  6. bb - bis bald!
  7. Meine Bücher

... und es war Sonntag

Sonntag Nachmittag, um genau zu sein. Draußen ist der Himmel bedeckt. Unglaublich. Äh, nicht, dass der Himmel von Wolken verhangen ist, ist unglaublich. Nein, die Zeit, die Zeit! Sonst hatte ich immer spät am Abend geschrieben. Fast zur Schlafenszeit. Aber heute?

Also, pass auf, es geht mir jetzt gerade wie diesen Autoren, die vor einer leeren Seite sitzen und nicht wissen, was oder worüber sie schreiben sollen.

Nee, also, bevor man ja anfängt, überhaupt etwas schreiben zu wollen, muss man ja vorab erst mal und bereits das Thema eruiert haben. Das heißt, man muss zumindest wissen, worüber man gerade nichts schreiben kann, ansonsten ist man ja völlig aufgeschmissen. Ergibt das, was ich gerade geschrieben habe, irgendeinen Sinn? Ich glaube schon.

Vier Dinge

Ich gehöre zwar nicht zu den Autoren, die sich zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen und beschlossen haben, jeden Tag 1.000 Wörter zu produzieren, worüber ich bereits in meinem vorangehenden Post berichtet habe. Aber in diesem Blogpost versuche ich mal wieder 1.000 Wörter hervorzuzaubern. Mal sehen, ob mir das heute gelingt.

Diese oben genannten, bewundernswerten Autoren, die sich jeden Tag eisern an ihren Schreibtisch setzen - oder wo auch immer sie ihre Texte produzieren - haben vier Dinge in petto, die sie von anderen Autoren unterscheidet:

  1. Sie haben zum Einen jede Menge Ideen und Fragestellungen, die sie antreiben
  2. Zum Anderen sind sie unheimlich produktiv und wie ich bereits sagte
  3. eisern und displiniert und
  4. viertens wissen Sie genau, was sie wollen. Sie sind fokussiert und haben ein Ziel im Kopf und lassen sich durch nichts und niemanden in der Welt (auch nicht von sich selbst und ihren eigenen Stimmungen) von diesem Ziel abbringen. Man könnte das auch mit "Durchhaltevermögen" oder "Zähigkeit" umschreiben.

Das Zauberwort

Doch vor allem Produktivität ist das Zauber- und Schlüsselwort. Warum schreibe ich das?

Manche - wie ich - fragen sich manchmal - wie andere es schaffen, Buch um Buch auf den Markt zu bringen. Sie sozusagen "rauszuhauen". Ganze Serien rauszubringen. 12 Bücher auf einen Schlag. Ohne Chat GPT. Hallo? Wie machen die das? Das ist ja unglaublich. Da geht doch was nicht mit rechten Dingen zu.

Der Zaubertrank

Haben die einen Zaubertrank zu sich genommen? Wer hat ihn verkauft? Ich hätte gerne die Adresse. Oder etwa doch nicht? Hat es vielleicht doch gar nicht mit Zauberei zu tun? Natürlich braucht es schon Zeit Texte zu produzieren. Aber nicht so viel Zeit, wie unsereins denkt. Trotzdem: Wie machen die das?

Kein Hexenwerk

"Ganz einfach" (in Anführungsstrichen). Die Antwort lautet: siehe oben. Diese Schriftsteller setzen sich jeden Tag hin und schreiben jeden Tag 1.000 Wörter, komme, was wolle. Es ist also kein Hexenwerk. Es bedeutet einfach, dass sie jeden Tag schreiben. Schreiben, schreiben, schreiben. Das ist wie Zähneputzen.

Bücher am Fließband

Geht man davon aus, dass ein circa 200-seitiges Buch (also ein schmales Werk, die meisten schreiben ja viel mehr als das) circa 50.000 Wörter umfasst. Und geht man davon aus, dass man jeden Tag 1.000 Wörter produzieren würde (wann immer man sich diese Zeit dafür freischaufeln kann), dann wäre man in exakt 50 Tagen, also in circa 2 Monaten, mit der Erstfassung seines Werkes fertig. Ideal und eisern gesprochen. Ein fertiges Buch in zwei Monaten. So könnte man theoretisch 6 Erstfassungen von Büchern in einem Jahr verfassen. Eisern gesprochen. Wie gesagt, alles Theorie, aber machbar. Wenn man sich von nichts und niemanden ablenken lässt und 1.000 Wörter pro Tag schreibt.

Fallstricke

In diese ganzen Überlegungen nicht inbegriffen sind natürlich die ganzen Ablenkungen und menschlichen Schwächen und Pflichten, sprich Stimmungsschwankungen und Launen und da ist ja auch noch die "richtige" Arbeit (mit der man tatsächlich sein "richtiges" Geld verdient oder verdienen muss) und die Freizeitgestaltung und die Liebe und die Kinder und die Familie und keine Lust und keine Ideen und vielleicht auch ein Widerstand zu schreiben? Eine gewaltige Blockade? Und hinzukommende Müdigkeit? Außerdem muss man sich in bestimmte Dinge ja auch erst einlesen, bevor man überhaupt dazu etwas schreiben kann. Dafür geht ja auch noch mal Zeit drauf.

Aber noch einmal: Produktivität ist das Zauberwort.

Natürlich müssen die Texte - selbstredend - auch gut sein.

Vom Zweifel zur Selbstsabotage

Aber was nützt einem Schriftsteller ein einzig verfasstes Buch, wenn er dann resigniert aufhört? Und sich sagt: Hm, ich kann wohl doch nicht schreiben, ich bin nicht erfolgreich, nicht gut genug, bin wohl doch kein "richtiger" Autor, wie ich dachte.

Weil er oder sie sich einredet: Ich kann nicht immer und jederzeit schreiben, und ich kann auch nicht jeden Tag kreativ und voller Ideen und von der Muse geküsst sein und schon gar nicht mit diesen ganzen anderen fantastischen Autoren, die sowieso viel besser sind als ich und mir meilenweit überlegen sind, mithalten.

Aber vielleicht stimmt das ja auch gar nicht, weil man es noch nie wirklich ausprobiert hat. Weil man es sich einfach nur nicht zutraut und sich schon vorher runtermacht, bevor man überhaupt mit der Arbeit begonnen hat. Sich also im Grunde genommen mit seinen negativen Gedanken und Vergleichen mit anderen selbst lähmt und sabotiert, bevor man irgendetwas zustande gebracht hat.

(Mal ganz davon abgesehen, wie wichtig es darüber hinaus auch ist, seine Zielgruppe zu kennen, mit seinen Buchcovern einen Wiedererkennungseffekt zu kreieren, ein eigenes Logo zu haben, Werbung für sich zu betreiben und social media miteinzubeziehen, um seine Bücher bekannt zu machen und zu verkaufen..., ein sehr, nein, eins der wichtigsten Themen überhaupt, worauf ich hier jedoch nicht weiter eingehen werde.)

Resümee

Um darauf zurückzukommen, was wirklich wichtig ist, um zu bestehen und wirklich langfristig Autor zu sein: Nur diejenigen sind erfolgreich, die viele Bücher (also ganze Reihen und Serien, ganze Kollektionen) anzubieten haben.

(Und am besten trifft das Thema des Buches einen Nerv der Zeit! Selbstredend. Doch am Wichtigsten ist wohl, dass das Thema oder die Fragestellung, auf die man durch sein Buch eine Antwort finden will, einen selbst enorm beschäftigt und die Beschäftigung mit dem ausgesuchten Stoff sogar - so ist doch schwer zu hoffen - Spaß macht. Der eigentliche Grund, warum man überhaupt schreibt oder?!)

Dieses massenweise Produzieren, diese Produktivität findet sich nicht nur im Bereich der Literatur. Genauso in der Musik- oder in der Modebranche. Mit nur einem Kleid (wohlgemerkt!) kann man keine Fashion-Show auf dem Catwalk bestreiten!

Wieso, weshalb, warum?

Aber wieso schreibe ich das hier alles überhaupt? Tja, welche Laus hat mich da nur geritten? Oh-Gott-oh-Gott, war das ernst heute. Oder? Vielleicht war das heute eine Predigt? Das Wort zum Sonntag? Eine moralische Ohrfeige zur Straffung des Rückens? Zur Aufrichtung und Erhebung?

bb - bis bald

An dieser Stelle möchte ich mich von dir für heute verabschieden. Ich sage bb, "Komm gut nach Hause, verlauf dich nicht, hab´ Spaß, wir sehen uns".

In diesem Sinne wünsche ich dir einen guten Morgen, einen herrlichen Mittag oder Nachmittag, einen wunderschönen Abend oder eine entspannte Nacht, wann immer du diesen kleinen Blogpost gerade gelesen hast :)

Äh, wie hieß doch gleich noch mal das Zauberwort?

1.746 Wörter habe ich laut Datei-Info hier wohl fabriziert, abzüglich derjenigen, die oben und unten und an den Seiten stehen. Vielleicht sind´s ja auch etwas weniger geworden, wenn man alle Seiten-Wörter subtrahiert. Idk. Aber 1.000 - das Ziel für heute - habe ich auf jeden Fall geschafft :)


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Jette Jordbaer

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