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Jette Jordbaer

von Jette Jordbaer, veröffentlicht: Sonntag, 28. Juni 2026, 23:49 Uhr


  1. Kleine Abkühlung gefällig?
  2. Wo bleibt das Gewitter?
  3. Depressive Hitze
  4. Donnergrummel-Traum
  5. Abschließende Worte
  6. Meine Bücher

Kleine Abkühlung gefällig?

Eiswürfel. Ja, Eiswürfel. Es ist kurz nach halb elf, und ich denke an einen Eiswürfel. Genauer gesagt, wie jemand einem anderen jemand einen Eiswürfel hinten in den Ausschnitt am Hals reinsteckt, und das eisige Gebilde diesem Jemand schmilzend hinten den heißen Rücken hinunterrutscht und dieser Jemand vor Schreck aufschreit " Ohuhuhuhuhu" und fortrennt und den Eiswürfel aus seinem Hemd herausschüttelt und dieser Eiswürfel aus dem Hemd mit den nassen Flecken herauskullert und zu Boden fällt und in tausend Splitter zerbirst... Nun, das war pure Fantasie. Doch auch die reale Welt hat einiges zu bieten.

Kleine Dusche gefällig?

Gestern wurde ich nämlich Zeuge, wie ein Vater seinen siebenjährigen Sohn auf der Rolltreppe und vor und hinter dem Eingang der U-Bahn-Station mit einer Wasserpistole vollspritzte und hysterisch-erheitert lachte. Woraufhin der Sohnemann sich die Pistole schnappte und seinen Vater nass machte und hysterisch-erheitert lachte.

Wo bleibt das Gewitter?

Das frage ich mich schon den ganzen Tag. Es ist kurz vor elf, und wir haben 23 Grad. So warm war es auch schon heute Morgen um acht Uhr. Irgendwie kommen wir hier nicht so ganz von der Stelle habe ich den Eindruck.

Ich frage mich, wann es endlich donnert und blitzt und kracht und die versprochene Abkühlung kommt. Bei der Hitze kann man nicht mehr klar denken.

Außer man nennt eine Klima-Anlage sein Eigen. Oder hat sich einen Ventilator für läppische fünfhundert Kröten zugelegt, wenn man denn nicht schlau genug war, sich vor der großen Hitze einen zu besorgen oder ihn bereits im Keller vorsorglich vom letzten Jahr noch gebunkert hatte.

Mit Ventilatoren und Klima-Anlagen konnte man in den vergangenen Tagen sicher ein gutes Geschäft machen.

Depressive Hitze

Hitze, Hitze, Hitze. Schweißausbruch. Suppe im Hemd. Kopfschmerzen. Denk-Lern-Blockaden. Kreislauf-Kollaps. Juckende Haut. Hitzepusteln. Ich schreibe hier nix, was man nicht weiß und was nicht schon an anderer Stelle von jemand anderem mit einem Eiswürfel hinten am Rücken geschrieben wurde.

Aber so etwas wie in den letzten Tagen habe ich noch niemals zuvor in meinem Leben erlebt, und ich lebe schon einige Jährchen.

Das neue oder besondere war gar nicht mal die Hitze. Das, was für mich neu war, war, dass kein Wind wehte. Es gab - und momentan ist es ja immer noch so - nur Hitze, Hitze, Hitze ohne den geringsten Luftzug.

Etwas Luft hier und da hätte sicher für Entspannung und leichte Abkühlung gesorgt. Doch diesen leicht erfrischenden Wind gab es nicht. Und das war für mich eine ganz neue Erfahrung. Zu erleben, dass es über Tage hinweg nur noch diese konstant-schwelende Hitze gibt, die einen mit sadistischem Vergnügen quält und der man nicht entrinnen kann. Der man komplett ausgeliefert ist und gegen die man nix tun kann, wenn man nicht technisch gewappnet und ausgerüstet ist.

Stell dir mal vor, der Strom wäre in den Gebäuden ausgefallen. Ja, was dann? So etwas nennt man dann ´depressive Hitze´. Schon mal von gehört? Ich auch nicht, ich auch nicht, aber was nicht ist, kann ja noch kommen, hm :) Passt hier ein Smiley, hm, ich bin mir nicht sicher.

Donnergrummel-Traum

Nun sitze ich hier und schreibe diese paar Zeilen, ohne Wassereis im Mund und ohne Eiswürfel hinten im Nacken. Nur mit einem Becher voller kalter Milch. Draußen ist es bereits dunkel geworden und vielleicht, aber auch nur vielleicht - womöglich ist es nur ein Wunschdenken - ja, vielleicht höre ich ja bereits ein dumpfes Grollen in weiter Ferne.

Das Gewitter naht, aber wahrscheinlich nur in meinen Träumen. Die Realität wird ganz anders aussehen.

Ich kann mir vorstellen, dass das Unwetter mir erst um vier Uhr nachts sein wahres Gesicht zeigen wird. Es lugt um die Ecke. Ganz vorsichtig erst mal. Es schleicht sich an. Und dann schlägt es zu. Mit der Faust. Wenn ich am wenigsten damit rechne.

Aber wie ist der genaue Ablauf? Erst kann man nicht einschlafen, weil es stickig-heiß ist. Dann nickt man für ein paar Stündchen im hitzedurchtränkten Bett ein, um dann schweißgebadet durch einen Donnerknall, helle Blitze und Regengeprassel und einem zuschlagenden Fenster oder einer zugedonnerten Tür - oh, herzlich Willkommen zurück, Herr Wind oder Mrs. Sturm - in die Höhe und aus dem Donnergrummel-Delirium gerissen zu werden. So wird es sicher ablaufen. So und nicht anders.

Ich bin mal gespannt, ob mich das Wetter in dieser Nacht wie oben beschrieben foppen wird. Über etwas kühlen Wind jedenfalls würde ich mich doch sehr freuen.

Also, streng dich an, Wetter. Mach uns eine Freude und sei ein bisschen garstig. Aber nicht zu garstig.

Abschließende Worte

Mein Gott, was war das aber heute auch für ein ernster Post. Ja, hör mal, die Hitze schlägt mir aufs Gemüt. Da kannse nix Erfrischend-Aufpäppelndes von mir erwarten.

Aber mit diesen nass-triefenden Worten wünsche ich dir an dieser überaus frösteligen Stelle einen guten Morgen, einen herrlichen Mittag oder Nachmittag, einen wunderschönen Abend oder eine entspannte Nacht, wann immer du diesen kleinen, eiskalten Blogpost gerade gelutscht hast :)

Mögen dich erfrischende Winde und mannigfaltig-regenschauerliche Abkühlungen in den nächsten paar Stunden oder Tagen begleiten und beglücken.

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Meine Bücher

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Jette Jordbaer

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